Energie und Klimaschutz

Nachhaltiges Wirtschaften ist ein wesentlicher Bestandteil von Heidelberg Materials und wird auch in Zukunft ein Schwerpunkt unserer Unternehmensstrategie sein.

Im Mittelpunkt steht der Klimaschutz:

Als energieintensives Unternehmen bemühen wir uns seit vielen Jahren, unsere CO₂-Emissionen zu minimieren. Von 1990 bis 2021 haben wir unsere spezifischen Netto-CO₂-Emissionen um 25 % auf 565 kg CO₂ pro Tonne zementähnliches Material reduziert.

Im Rahmen unserer Strategie Beyond 2020 treiben wir unsere ehrgeizigen Klimaziele deutlich voran. Im Mai 2022 haben wir unser Emissionsminderungsziel noch einmal substanziell nachgeschärft: Bis 2030 wollen wir die spezifischen Netto-CO₂-Emissionen auf 400 kg/t zementähnlichen Stoff reduzieren. Verglichen mit dem Basisjahr 1990 entspricht dies einer Reduktion um fast 50 %.

Spätestens im Jahr 2050 wollen wir über unser gesamtes Produktportfolio CO₂-neutral sein und Net-Zero-Emissionen erreichen.

Unsere Maßnahmen zur Emissionsminderung

  • Optimierung von Produkten: Um den Klinkeranteil weiter zu senken, erhöhen wir kontinuierlich den Einsatz von zementähnlichen Materialien mit einem deutlich geringeren CO₂-Fußabdruck (z. B. Flugasche, Schlacke, kalzinierter Ton usw.), steigern aber auch die Kreislauffähigkeit und erhöhen den Anteil an CO₂-armen Betonprodukten und klinkerarmen Zementsorten. Für verschiedene Standorte prüfen wir auch die Verwendung alternativer Zementbestandteile wie natürliche Puzzolane oder kalzinierte Tone.
  • Prozessoptimierungen: Wir investieren in Anlageneffizienz und CO₂-Reduktion auf Werksebene und konzentrieren uns dabei auf Brennstoff- und Energieeffizienz. Wir erhöhen ständig den Einsatz alternativer Roh- und Brennstoffe, einschließlich Biomasse (die 2021 25,7 % unseres Brennstoffverbrauchs ausmachte), und investieren in die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.
  • CO₂-Abscheidung, Nutzung und Speicherung: CCUS – CO₂-Abscheidung, Nutzung und Speicherung – ist ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Klimastrategie. Allein mit den bereits von Heidelberg Materials gestarteten CCUS-Projekten werden wir bis 2030 insgesamt 10 Millionen Tonnen CO₂ einsparen.

Für alle diese Maßnahmen haben wir konkrete Ziele für alle Standorte weltweit definiert.

Nach 2030: unser Weg zu CO2-neutralem Beton

Wir werden bis spätestens 2050 über unser gesamtes Produktportfolio hinweg CO2-neutralen Beton anbieten.

Dabei setzen wir auf eine Kombination von Maßnahmen – vor allem auf den verstärkten Einsatz von Ersatzbrennstoffen und alternativen zementähnlichen Sekundärstoffen (inkl. Recyclingmaterialien) sowie die Abscheidung und Nutzung oder zeitlich begrenzte Lagerung von CO2 (Carbon Capture &

Reuse und Reduce: Zwei wichtige Hebel zur Erreichung unseres Ziels

Ein erheblicher Teil der Emissionen, die prozessbedingt bei der Zementherstellung entstehen, ist unvermeidbar und trägt wesentlich zur CO₂-Bilanz des Endprodukts Beton bei. Über die konventionellen Maßnahmen hinaus müssen wir daher neue Technologien entwickeln, die CO₂-Einsparung im großen Stil ermöglichen. Durch Investitionen in verschiedene Carbon-Capture-Technologien wollen wir CO₂ in seiner reinsten Form abscheiden, um es entweder zu verwerten oder sicher zu lagern.

Zement- und Betonunternehmen können zudem die Kreislaufwirtschaft durch Ressourceneffizienz, Mitverarbeitung von Abfallstoffen und Betonrecycling, einschließlich seiner technischen Karbonatisierung, unterstützen. Wir untersuchen eine Vielzahl von Materialien hinsichtlich ihres Aufnahmepotenzials von CO₂ und die Möglichkeit, daraus marktfähige Baustoffe herzustellen. Dazu gehören natürliche Mineralien, aber auch industrielle Abfallprodukte wie Hüttensand oder Zementfeinanteile aus recyceltem Beton. Weitere Informationen über unsere Innovationen und Initiativen zur CO₂-Reduktion finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht.

Nachhaltigkeitsbericht

Neue Technologien zur Ab­schei­dung und Nutzung von CO₂

Bei den Forschungsprojekten für den Klimaschutz nimmt Heidelberg Materials eine führende Rolle ein und investiert besonders in die Forschung zu innovativen Techniken für die Abscheidung und Nutzung von CO₂.

Carbon Capture Technologies

Carbon Capture Technologies

Aktuelle Forschungsprojekte zur Abscheidung von CO₂

Das von der EU finanzierte Projekt LEILAC (Low Emissions Intensity Lime And Cement), bei dem Heidelberg Materials einer der strategischen Partner ist, startete im Januar 2016. Es soll die technische und ökonomische Umsetzbarkeit einer Prozesstechnologie zur Abscheidung des bei der Erhitzung des Rohmaterials freigesetzten CO₂ in hochreiner Form demonstrieren. Anfang Dezember 2019 wurden die ersten vielversprechenden Ergebnisse veröffentlicht, weitere Versuche werden 2020 durchgeführt. Im Frühjahr 2020 wurde die weitere Skalierung der LEILAC-Technologie zum großindustriellen Maßstab beschlossen.

Erfahren Sie mehr unter leilac.com

Um die Oxyfuel-Technik weiterzuentwickeln, beteiligt sich Heidelberg Materials zudem am Projekt AC2OCEM, das den Einsatz von CO₂-Abscheidungstechnologien in der Zementindustrie vorantreiben will und vom europäischen Förderprogramm ACT (Accelerating CCS Technologies) mitfinanziert wird. Beim Oxyfuel-Verfahren wird dem Drehofen anstelle von Umgebungsluft reiner Sauerstoff zugeführt, was das Abscheiden von CO₂ erleichtert. Im Rahmen des AC2OCEM-Projektes werden sowohl die sogenannte erste Generation der Oxyfuel-Technologie, die auf die Modifizierung bestehender Ofenanlagen abzielt, als auch die zweite Generation der Oxyfuel-Technologie für den Einsatz in Neuanlagen untersucht.

Erfahren Sie mehr unter ac2ocem.eu-projects.de

Neben AC2OCEM hat Heidelberg Materials mit drei weiteren europäischen Zementherstellern das Forschungsprojekt catch4climate initiiert, das die praktische Anwendbarkeit der Oxyfuel-Technologie im Zementherstellungsprozess untersuchen wird.

Erfahren Sie mehr unter www.catch4climate.com

Nutzung von CO₂ zur Algenherstellung

In Zusammenarbeit mit unserem niederländischen Partner OmegaGreen haben wir 2018 in unserem Zementwerk Safi in Marokko ein groß angelegtes Forschungs- und Demonstrationsprojekt zur Nutzung von CO₂ aus dem Zementofen für die Zucht von Mikroalgen gestartet. Die so produzierten Algen können als hochwertiger Tierfutterzusatz dienen.

Aerial view of a cultivated area with various plants

Microalgae Project Safi

Aktuelle Forschungsprojekte zur Speicherung und Nutzung von CO₂

2017 hat Heidelberg Materials, zusammen mit der Universität RWTH Aachen und dem Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) Potsdam das Projekt CO₂MIN gestartet. Dabei soll das Potenzial natürlicher Mineralien zur Aufnahme von CO₂ und die Möglichkeit, daraus marktfähige Baustoffe herzustellen, untersucht werden. Das zunächst auf drei Jahre angelegte Forschungs- und Entwicklungsprogramm wurde zwischenzeitlich um ein weiteres Jahr bis Ende 2020 verlängert.

Langfristige Einlagerung von CO₂

Brevik, Norwegen

Seit 2011 läuft bei der Heidelberg-Materials-Tochtergesellschaft Norcem im norwegischen Brevik ein Projekt zur Abscheidung und Speicherung von CO₂ (CCS – Carbon Capture and Storage) in der Zementindustrie. Die norwegische Regierung wird voraussichtlich im Oktober 2020 über die finanzielle Unterstützung für die Durchführung dieses 400.000 Tonnen pro Jahr umfassenden CO₂-Abscheidungsprojekts entscheiden. Die im Rahmen des Projektes abzuscheidenden CO₂-Emissionsmengen sollen entsprechend der Planung ab 2024 in ein unterirdisches Lager unter der Nordsee verbracht werden. 

Edmonton, Alberta/Kanada

In unserem Zementwerk in Edmonton, Alberta, in Kanada unterstützt die Organisation Emissions Reduction Alberta (ERA) die Durchführung einer Machbarkeitsstudie für ein Projekt zur Abscheidung und Speicherung von CO₂ (CCS – Carbon Capture and Storage) im großtechnischen Maßstab mit 1,4 Mio kanadischen Dollar. Die Studie umfasst technische Entwürfe, Kostenschätzungen und eine umfassende Wirtschaftlichkeitsanalyse. Im nächsten Schritt soll dann eine detailliertere FEED-Studie durchgeführt werden.

CCS Slite, Schweden

In unserem Werk Slite auf der schwedischen Insel Gotland soll bis 2030 das weltweit erste klimaneutrale Zementwerk entstehen. Die Anlage in Slite wird so ausgelegt sein, dass sie jährlich bis zu 1,8 Millionen Tonnen CO₂ abscheiden kann, was den gesamten Emissionen des Werks entspricht. Zusätzlich soll der Einsatz biobasierter Brennstoffe für die Zementproduktion in Slite erhöht werden. In einer Machbarkeitsstudie werden derzeit Fragen der Technologieauswahl, zu Umweltauswirkungen, rechtlichen Aspekten, Finanzierung, Logistik und Energieversorgung behandelt. Das abgeschiedene CO₂ soll entsprechend der Planung in eine dauerhafte Lagerstätte unterhalb der Nordsee verbracht werden.

CO₂-Speicherung

Alternative Roh- und Brennstoffe

Die Schonung natürlicher Rohstoffe ist Teil unserer nachhaltigen Geschäftsstrategie. Darum nutzen wir verstärkt Abfallstoffe und Nebenprodukte anderer Industrien als wertvolle Roh- und Brennstoffe.

Für die Herstellung von Klinker, dem wichtigsten Zwischenprodukt bei der Zementherstellung, setzen wir alternative Rohstoffe ein und reduzieren damit den Anteil des CO₂-intensiven Klinkers im Endprodukt. Die verstärkte Nutzung alternativer Rohstoffe bei der Zementherstellung ist ein Kernelement unserer Klimastrategie.

Alternative Brennstoffe

Wir nutzen alternative Ressourcen, um endliche natürliche Rohstoffe und fossile Brennstoffe in der Zementproduktion zu ersetzen. So tragen wir zur Ressourcenschonung und zur Lösung der Abfallprobleme von Kommunen und Industrieunternehmen im Umkreis unserer Werke bei. Gleichzeitig reduzieren wir unsere CO₂-Emissionen, da die eingesetzte Biomasse, deren Anteil am Sekundärbrennstoffmix rund 39 % beträgt, als klimaneutral gewertet wird.

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Sekundärbrennstoffe ersetzen natürliche Ressourcen

Sekundärbrennstoffe ersetzen natürliche Ressourcen

Sekundärbrennstoffe ersetzen natürliche Ressourcen

Mitte 2018 wurde das Projekt Alternative Fuel Master Plan ins Leben gerufen. Dessen Ziel ist es, den Anteil alternativer Brennstoffe konzernweit zu erhöhen und damit unserer Verpflichtung, die CO₂-Emissionen bis zum Jahr 2030 zu reduzieren, nachzukommen.

Alternative Brennstoffe sind meist Abfälle, die nicht vollständig recycelt werden können und deren Wiederverwertung daher unwirtschaftlich wäre. In diesem Fall wird die thermische Mitverwertung in Klinkeröfen als eine sinnvolle Option angesehen, weil dabei nicht nur der Brennwert der Abfälle weit besser genutzt wird als in Abfallentsorgungsanlagen, sondern auch deren mineralische Anteile als Rohstoffkomponente in den Klinker eingebunden werden. Die Abfälle werden rückstandslos verwertet, wobei für die Verbrennung die gleichen, strengen Emissionsrichtlinien gelten wie bei Müllverbrennungsanlagen.

2020 lag der Anteil alternativer Brennstoffe am Brennstoffmix bei 25,7 %. Im Rahmen unserer Sustainability Commitments 2030 haben wir unsere Ziele zum Einsatz von Sekundärbrennstoffen für unseren Konzern definiert: Bis 2030 soll der Anteil alternativer Brennstoffe am Brennstoffmix auf 43 % erhöht werden.